Ruth Frenk

Eine Europäerin erschafft deutsch-jüdische Kultur am See

Ruth Frenk ist eine charismatische Persönlichkeit. Mit ihrer künstlerischen Präsenz zieht die Sängerin und Gesangslehrerin viele Menschen an und lässt sie Teil haben an einer international ausgerichteten deutsch-jüdischen Kultur. Tief verankert in der deutschen Geschichte erinnert sie seit Jahrzehnten an das jüdische Erbe.

Bild:Ruth FrenkTief verankert in der deutschen Geschichte erinnert sie seit Jahrzehnten an das jüdische Erbe. Inmitten unserer beschaulichen, doch vielfältigen Kulturlandschaft rund um den See lebt eine wahre Europäerin und setzt besondere Akzente: Wie keine zweite schlägt sie vom Bodensee aus eine Brücke zwischen Deutschland und Israel und hält das Judentum in unserem Gedächtnis kulturell lebendig.

Die frühen Jahre: Von den Niederlanden nach New York

Geboren im Jahre 1946 in Rotterdam als Tochter von Holocaust-Überlebenden nimmt sie als junge Frau in den 60er Jahren intensiv an der Aufbruchstimmung einer Zeit teil, welche die Nachkriegsära überwindet – mit Provos und einem Aufbegehren in alle Richtungen. Sie studiert Soziologie und Volkswirtschaft in Amsterdam und genießt die aufregende Zeit. Mit ihrer nächsten Station legt sie den Grundstein für ihr künstlerisches Schaffen: Sie studiert in Genf Französisch und Gesang, der Beginn einer persönlichen Entwicklung mit weitreichenden Folgen. Denn Ende der 60er Jahre bis in die 70er Jahre hinein kann sie das Gesangsstudium durch eine Ausbildung an der Manhatten School of Music in New York intensivieren und schließt mit dem Bachelor ab. Diese Phase prägt ihren weiteren Lebensweg von der beruflicher Orientierung bis zur Berufung: Menschen im Gesang zu unterrichten und musikalisch zu fördern – Grundlage einer kulturellen Blüte mit jüdischen Wurzeln.

Ein Schatz wird gehoben: Das jüdisch-kulturelle Erbe in Israel und am Bodensee

Nach Konstanz kommt Ruth Frenk durch ihre Lehrerin Else Seyfert. Aus der Idee zu einer Opernkarriere wird bald eine Liebe zum jüdischen Liedgut. Daraus erwächst eine Gesangskarriere. In einer aufnahmebereiten Bundesrepublik singt sie die „Lieder aus Theresienstadt“ über 40 Mal und hebt aus der dunkelsten Phase deutscher Geschichte einen unbekannten kulturellen Schatz. Die Zusammenarbeit mit der israelischen Musikakademie, der Academy of Music and Dance in Jerusalem, wird zur Initialzündung für einen weiteren Schritt in ihrem Leben: Teilhaben lassen am Judentum in allen ihr wichtigen Aspekten. Die Lehrerin Ruth Frenk hat inzwischen die Sängerin abgelöst und sie erreicht immer mehr Menschen. Dabei lösen in Konstanz bereits in den 80er Jahren ihre Jüdischen Lieder und die Collage der Kinderlieder sowie das Kabarett aus Theresienstadt Begeisterung aus. Heute bietet sie ein breit gefächertes Kulturleben aus Vorträgen und Musikveranstaltungen in der Region.

Größe und Format: Mit Gesang das kulturelle Leben bereichern

Das Rückgrat von Ruth Frenks Schaffen ist ihre Gesangsschule. Mit ihrem Gesangsstudio hat die Gesangsklasse Ruth Frenk einen Ausgangspunkt für künstlerische Förderung und zahlreiche Auftritte, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Ihr Unterrichtskonzept umfasst Gesangsstunden. Workshops, Masterclasses und Konzerte. Im Hintergrund wirkt der Förderverein der Gesangsklasse Ruth Frenk mit nunmehr 65 Mitgliederinnen und Mitgliedern. Gemeinsam haben sie eine Institution geschaffen, die aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.

Arbeit am Menschen: Stimmbildung, adäquates Sprechen und Vernetzung

Eine besondere Aufgabe sieht Ruth Frenk darin, auch der älteren Generation eine Chance zu geben: Ihr Programm „Stimmbildung 50+“ wirkt mit Erfolg seit fünf Jahren, um die Stimme älterer Menschen wieder neu zur Entfaltung zu bringen. Neben dem Gesang ist ihr die Persönlichkeitsentwicklung durch gutes Sprechen wichtig. Als Lehrbeauftragte, unter anderem an der Zeppelin University und bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Konstanz, nimmt sie sich in Trainings dem Thema „Besser sprechen ohne Stress“ an. Herausragend ist ihre ehrenamtliche Arbeit im Vorstand des Bundesverbands Deutscher Gesangspädagogen (BDG). Ruth Frenk nimmt hier seit 1996 die Funktion der Webmistress wahr.

Tiefe und Verbindlichkeit: Das deutsch-jüdische Leben in der Begegnung

Ruth Frenk arbeitet seit zwei Jahrzehnten im Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bodensee-Region. Sie sieht ihre öffentliche Aufgabe darin, kulturell wie auch politisch zu wirken. Es gilt das Gespräch zwischen den Kulturen mit ihren nationalen Wesenszügen lebendig zu halten und den Frieden zu fördern. Eine Verbindung besteht ebenso zur Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e. V., wobei Ruth Frenk mit ihrer regen Vorstandstätigkeit das Ziel anvisiert, den religiösen Dialog zu intensivieren. Verbindlichkeit zwischen den Religionen, Verstehen, Toleranz und religiöse Vielfalt sind ihr ein Herzensanliegen.

Konstanzer Kulturleben: Einladung zum kulturellen Miteinander mit Ruth Frenk

Gelegenheit für ein kulturelles Miteinander gibt es mit der Veranstaltung „Mascha – zerreiß deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder“, eine musikalische Lesung mit Gedichten und Texten von Mascha Kaléko am 26. Juni 2012, 20 Uhr, im Wolkenstein-Saal des Kulturzentrums am Münster in Konstanz. Ein musikalisches Highlight erwartet uns mit einem Konzert am 5. Juli 2012 im Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster: Hana Gubenko (Bratsche) und Timon Altwegg (Klavier) mit Werken jüdischer Komponisten.
Ruth Frenk präsentiert nicht einfach Kultur. Sie ist eine Frau, die zu vielfältiger Begegnung einlädt – frei nach Martin Bubers Motto: Alles wirkliche Leben ist Begegnung!

Weitere Infos:
www.ruthfrenk.com
www.singing50plus.com

geschrieben von Evelyn Thriene

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